“Das ist sozialdemokratisch”

Ein Versuch, mehr nicht. Seit Samstag ist die Seite “Das ist sozialdemokratisch” online. Zwei Jusos wollen es wissen und beim Findungsprozess ihrer Partei helfen. Die Idee ist simpel. Eine Seite, alle Politikfelder, dazu jeweils kurze Einführungstexte und darunter Kommentarboxen: Sagt, was macht für Euch sozialdemokratische Politik aus!

Dem Facebook-Like-Button-Prinzip ähnlich kann man die veröffentlichten Beiträge positiv, aber auch negativ bewerten. Die besten drei Artikel eines jeden Politikfeldes – nur maximal 600 Zeichen sind erlaubt – sollen der Parteispitze überreicht werden. Fertig ist das Stimmungsbild. Die Hoffnung der Macher: Vielleicht bewegt sich ja was. Die SPD soll wieder SPD werden.

Am vergangenen Wochenende wurde “Das ist sozialdemokratisch” im Rahmen des Politcamps11 in Bonn vorgestellt.

Es ist eine grundsätzlich löbliche Idee. Warum auch nicht. Im schlechtesten Fall sollte bei einer Übergabe ein nettes Pressefoto vor einer Stellwand des Willy-Brand-Haus dabei herausspringen. Im besten Fall erhält man das Foto plus einige gute Kommentare, die man der Parteiführung mitgeben kann. Bis zum Parteitag im Dezember soll “Das ist sozialdemokratisch” auf jeden Fall freigeschaltet bleiben.

Klar ist, Bedarf besteht: Die Parteiführung fragt, wie repolitisiert man die Wähler. Die Wähler fragen, wie repolitisiert man die Politik. Und die SPD fragt, wir politisieren wir uns wieder selbst.

Eine Seite “Das ist christdemokratisch” könnte übrigens aus denselben Gründen noch heute an den Start gehen. Sie wäre ebenso berechtigt.

Natürlich ist dieses Netzprojekt bloß ein Versuch, ein Online-Experiment, ein kleines Sozi-Best-of, mit dem die größte aller Fragen angegangen werden soll: Wofür steht eigentlich die SPD?

Viel Glück dafür.

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