Jung, kreativ, Muslim – Netzwerk “Zahnräder” tagt in Wuppertal

Wer in Wuppertal nicht dabei ist, verfolgen, was von dort getwittert wird: http://twitter.com/#search?q=nz10

Interessante Gespräche, nette Leute und eine kreative Atmosphäre: Die Fahrt nach Wuppertal hat sich als richtige Entscheidung herausgestellt. Ich habe die Konferenz des Netzwerks Zahnräder besucht, eine Vereinigung junger muslimischer Köpfe.

Gut 100 junge Leute muslimischen Glaubens tauschen sich an diesem Wochenende in den Räumen der Wuppertaler Jugendherberge über ihre Gründungsvorhaben und Projektpläne aus, diskutieren über Integration und Engagement, präsentieren ihre zum Teil noch geheimen Ideen, essen gemeinsam, beten gemeinsam und, ja klar, netzwerken eben.

Die “Zahnräder” sind in vielerlei hinsicht interessant. Es ist der erste Zusammenschluss dieser Art in Deutschland, so weit ich weiß. Und sie sind ein tolles Beispiel dafür, dass es sie selbstverständlich gibt: junge motivierte Muslime in Deutschland, die etwas auf die Beine stellen wollen. “Und wenn dabei das Negativbild der Muslime in Deutschland korrigiert wird, umso besser”, hat mir ein Gründungsmitglied der “Zahnräder” gesagt. Gut so.

Ich bin noch dabei, mich ein wenig zu sortieren was den Abend angeht. Viele Eindrücke und Themen sind haften geblieben: beispielsweise wie verletzt einige Konferenzteilnehmer vom Verlauf der Integrationsdebatte in den vergangenen Wochen sind. Sarrazin ff. hat tiefe Wunden hinterlassen.

Auch hat mich beeindruckt, wie selbstbewusst und selbstverständlich sie Islam und Engagement miteinander verknüpfen. Kopftuch und Laptop – natürlich passt auch das zusammen!

Eher nachdenklich gemacht hat mich die Tatsache, wie vorsichtig die Netzwerker den Medien gegenüber eingestellt sind. Ein Teil der Konferenzteilnehmer habe am liebsten ganz auf Pressegespräche und jedwede Interviewtermine verzichten wollen, hieß es. Wörtliche Zitate müssen zur Autorisierung vorgelegt werden. Klar, einige möchten ihre Projektideen nicht veröffentlicht sehen, andere hingegen haben schlechte Erfahrungen gemacht mit Journalisten.

Die Konferenz geht noch bis Sonntag.

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