Laumann oder Laschet? – NRW-CDU sucht ihren neuen starken Mann

Heute ist ein interessanter Tag im Düsseldorfer Landtag. In knapp 40 Minuten beginnen SPD und Grüne ihre letzte Koalitionsrunde. Am Nachmittag stellen SPD-Chefin Hannelore Kraft und ihre neue Duzfreundin Sylvia Löhrmann von den Grünen den gemeinsamen Koalitionsvertrag vor. So ist der Plan. Bereits jetzt ist schon klar: Rot-Grün wird die Studiengebühren kassieren, Kopfnoten abschaffen und den Kommunen mehr wirtschaftlichen Spielraum einräumen. Offen sind noch die Ressortzuschnitte. In der Rheinischen Post gibt es schon mal einen Überblick.

Doch ich werde mich heute um die NRW-CDU kümmern. Ist auch an diesem Tag spannender, wie ich finde. Ich sitze vor dem Raum E3A 02. Darin tagt seit 11.30 Uhr die auf 67 Frauen und Männer geschrumpfte CDU-Landtagsfraktion. Man kann es ruhig sagen: Es geht um die Macht in dem größten Landesverband.

Laumann oder Laschet, das ist also die Frage. Beide wollen den Oppositionsführer geben und der künftigen Minderheitsregierung Contra geben. Der Gewinner der geheimen Abstimmung wird der erste Mann der NRW-CDU, stets bereit bei einer eventuellen Neuwahl nach der Spitzenkandidat zu greifen – als Erster.

Es ist aber auch eine Richtungsentscheidung heute. Die Kandidaten sind vollkommen verschieden – genau wie der Kurs, für den sie stehen.

Auf der einen Seite Laumann, der Westfale, ein “Malocher vom Lande”, CDA-Vorsitzender und Getreuer Rüttgers. Auf der anderen Laschet, der urbane Rheinländer, ein gelernter Jurist und Journalist, unter Rüttgers ein medienaffiner Integrationsminister, einst gründete er die “Pizza-Connection” mit.

Es ist also eine Weichenstellung. Der Ausgang ist vollkommen offen. Die Sitzung dauert an.

17.12 Uhr: So, hinter mir liegen aufregende Minuten, was leider nicht unbedingt an der Wahl des CDU-Fraktionschef gelegen hat. Kurz nach dem Pressestatement von Rüttgers, Laumann und Laschet hat mein Surfstick schlapp gemacht. Und ich wollte gerade anfangen zu schreiben.

Also bin ich los zum Pförtner des Landtages. Von ihm habe ich mir einen W-Lan-Zugang fürs Landtagsnetz besorgt. Nur dumm: Bei mir hat es nicht gefunzt. Ich konnte mich nicht einwählen. Also alles wieder zurück, Sachen packen, ab die Stadt, zum Kiosk. Dort habe ich mir fix eine neue Sim-Karte gekauft, die ich dann im Stick ausgetauscht habe und puh, danach hatte ich wieder Zugang zum Weltnetz. Das ganze hat mir dann etwa eine Stunde wertvolle Arbeitszeit gekostet. Ich hoffe, man wird es meinem Text nicht allzu sehr anmerken. Ich werde ihn, wenn es soweit ist, hier verlinken.

17.20 Uhr: Ach so, ganz nebenbei, Karl-Josef Laumann hat die Abstimmung knapp gewonnen.

19.40 Uhr: Hier der Link zum Artikel auf Spiegel Online: Der rote Schwarze übernimmt die Macht

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