Gewiss, Geert Wilders darf sich als Sieger der Parlamentswahl in den Niederlande feiern lassen. Seine “Freiheitspartei” wird drittstärkste Kraft, kommt nun auf 24 Sitze in der Haager “Tweede Kamer”, womit sie ihre Mandate mehr als verdoppelt – zuvor waren es neun. Und auch Experten hatten nicht mit einem solchen Erfolg des 46-jährigen Islamfeindes gerechnet. Denn nicht die Einwanderung – Wilders Top-Thema – stand im Wahlkampf auf der politischen Agenda vorne, sondern die Finanz- und Eurokrise.
Doch aus dem Erfolg ergeben sich ganz handfeste politische Probleme für Wilders.
Es sind mindestens zwei:
1. Das Personal. Geert Wilders ist das einzige Mitglied seiner Partei. Er hat überhaupt keine fähigen Leute, mit denen er wichtige Posten in der Partei und im Parlament besetzen könnte. Das liegt zum einen daran, dass Wilders neben Geert keinen anderen duldet. Er ist ein ausgesprochener Kontrollfreak. Zum anderen wuchs seine Partei in sehr kurzer Zeit. Eine Rekrutierung wäre allein deshalb schwierig.
2. Die Verantwortung. Kommt Wilders in die Regierung, könnte sich sein Populisten-Zauber schnell erledigen. Klamme Haushalte und die Einbindung in eine Drei- wenn nicht Vierparteien-Regierung würden viele seiner kruden Vorhaben zunichte machen.
Es könnte sein, dass Wilders schon allein aus diesen beiden Gründen lieber in die Opposition gehen wird.



