Die Jungen Piraten auf Wahlkampftour

Es heißt ja immer so schön, die Jugend sei politisch desinteressiert, die fünf jungen Herren sind es definitiv nicht. Ich habe sie heute Vormittag in der Wuppertaler Innenstadt getroffen und mit ihnen unter anderem über politikverdrossene Nordrhein-Westfalen, die eigene Partei sowie ihr Verhältnisse zu anderen Jugendorganisationen gesprochen. Alle fünf sind Mitglieder der JuPis, der jungen Piraten, 15 bis 18 Jahre alt und kommen aus NRW.

Nicht bloß online: Diese fünf jungen Piraten verbringen ihre Osterferien mit Wahlkampf. Sie reisen durch NRW und haben dabei vor allem ganz konventionelle Werbemittel mit im Gepäck: Handzettel, Fahnen und Luftballons für die Kleinen.

Ich möchte hier nicht alles erzählen, was ich mit den Jungen Piraten in der Wuppertaler Innenstadt erlebt habe. Ich bereite derzeit einen Text vor, der sich mit politischen Jugendorganisationen im Vorfeld der NRW-Wahl befasst. Dafür möchte ich mir schließlich ein paar Schmankerl aufbewahlen. Drei (etwas schmeichelhafte) Beobachtungen vom Vormittag mit den JuPis in Wuppertal gibt es aber schon vorab:

1. Auffällig viele ältere Menschen haben das Gespräch mit den Jungen Piraten gesucht. Das ist an sich noch nicht unbedingt ungewöhnlich. Schließlich sind Senioren politisch interessiert, beteiligen sich überdurchschnittlich an Wahlen und haben – achtung trivial – an einem Mittwochmorgen einfach mehr Zeit als andere. Was mich aber erstaunt hat, war ihre Neugier und ihre Aufgeschlossenheit gegenüber den Piraten. Die älteren Damen und Herren ließen sich das Internet erklären, informierten sich über Datenschutz und befanden mehrheitlich: Gut, dass Ihr euch engagiert.

2. Die Jungen Piraten sind Überzeugungstäter. Sie sind ausgesprochen engagiert, kennen das Walprogramm ihrer Partei und opfern ihre Osterferien, um beinahe täglich acht bis neun Stunden in den Innenstädten des Landes Leute anzusprechen und Handzettel zu verteilen. Und das will etwas heißen. Denn in Bahnhofsnähe muss man sich als Wahlkämpfer nicht selten mit Motzkis und rumpeligen Sangriatrinkern herumärgern. Einige der Jungen Piraten haben sich für die Tour ein NRW-Osterticket bei der Bahn gekauft. Dafür mussten sie natürlich aufs eigene Taschengeld zurückgreifen. Also: viel Aufwand für die jungen Leute, dabei wird nur einer von den fünf JuPis, die ich heute getroffen habe wählen gehen dürfen. Die anderen sind am 9. Mai noch keine 18 Jahre alt.

3. Kein Mädchen weit und breit. Das gilt nicht nur für die JuPis in Wuppertal selbst, sondern auch für die interessierten Bürger. Mit Bürgerinnen kamen die JuPis nur sehr selten ins Gespräch. Die Piratenpartei wirkt auf sie anscheinend weniger anziehend.

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2 Kommentare

  1. Weiter so! Ihr seid klasse!

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