Die Westfalenpartei und ihr “Guerilla-Wahlkampf”

Ich habe mich Ende Januar in einem Café in der Bochumer Innenstadt mit dem Vorsitzenden der Westfalenpartei, Werner Szybalski, getroffen. Später am gleichen Abend hat sich in der Kanzlei eines Bochumer Rechtsanwaltes der erste Kreisverband der Westfalen gegründet. Daraus ist der Text “Separatisten mischen Nordrhein-Westfalen auf” entstanden, der auf Spiegel Online zu lesen ist.

“Quer aller Parteilinien” – hier erklärt Werner Szybalski das Entstehen der Partei, im Hintergrund klappern ein paar Kaffeetassen:

Ein Freund von mir stört sich an dem Szybalski-Zitat im Text, dass er für Westfalen “ostdeutsche Verhältnisse” befürchte und fragt daher, ob dieser Mann (gemeint ist Werner Szybalski) jemals in Ostdeutschland war.

Meine Antwort: Ich weiß es nicht. Ich habe ihn nicht danach gefragt. Es ist wohl eher so, dass Szybalski ein Freund der Zuspitzung ist. Ich denke, er weiß, wie man den Medien griffige Zitate (oder sind es hohle Parolen?) liefert. Meiner Einschätzung nach, ist der Chef der Westfalen allerdings kein so schlichtes Gemüt. Er weiß, wie man Aufmerksamkeit erzeugt, was sich auch an der Anzahl von Berichten über seine kleine Regionalpartei festmachen lässt, und nutzt dies für seine Sache.

Das “ostdeutsche Verhältnisse”-Zitat geht allerdings ein Stück zu weit, wie ich finde. Szybalski spielt hier mit der irrigen Vorstellung vieler Westdeutscher, ganz Ostdeutschland sei so, wie sie es von schlechten RTL2-Reportagen aus dem nördlichen Sachsen-Anhalt kennen. Man möchte Szybalski einen Wochenendausflug nach Dresden oder Leipzig gönnen, dann würde er sich vor “ostdeutschen Verhältnissen” nicht mehr fürchten, sondern sie sich für sein Westfalen wünschen.

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2 Kommentare

  1. Lieber Lars,
    noch am vergangenen Wochenende war ich in Ostdeutschland (Sachsen-Anhalt).
    Ich dachte, Du hättest verstande, welche “ostdeutschen Verhältnisse” ich in Bezug auf Westfalen meinte.
    “Wegzug, Überalterung, steigende Arbeitslosigkeit” – ich habe dieses als ein Problem in Ostdeutschland angesehen. Stimmt es nicht (mehr)?
    Ich persönlich wünsche den ostdeutschen Regionen viel eigene Kraft, um das gegenüber den BRD-Ländern durch die DDR-Führung verzögerte Wachtum aufholen zu können.

  2. Lieber Werner, ich habe sehr gut verstanden, was Du mit “ostdeutschen Verhältnissen” meinst. Auch weiß ich, dass es Dir fernliegt, Ost gegen West gegeneinander auszuspielen. Allerdings pauschalisierst Du mit den “ostdeutschen Verhältnissen”. Das ist nicht unbedingt verwerflich. Wer auf Probleme hinweisen will, so wie Du, sollte auch zuspitzen dürfen, ja muss es zum Teil zwingend tun. Da ist es meiner Meinung nach bloß eine Frage des Geschmacks, welches Maß an Polemik jemandem noch schmeckt.

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